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Sigma 10-20mm F4-5.6 EX DC

2018 / 2021 @ Thomas Gade - Test, Review


Sigma EX 10-20mm 1:4-5.6 DC Weitwinkelzoom


Das Sigma 10-20mm F4-5.6 EX DC Ultra-Weitwinkelzoom ist für APS-C Sensoren gebaut und erweitert den Brennweitenbereich am unteren Ende dort, wo Kit- oder Universalzoomobjektive aufhören. Kleinbildäquivalent entspricht es einem 15-30 mm Weitwinkelzoom. Als es 2010 für APS-C Kameras auf den Markt kam, gehörte es zweifellos zu den interessanteren Optiken durch seinen ungewöhnlichen und extremen Brennweitenbereich.

Technische Daten

Hersteller Sigma
Bezeichnung Sigma 10-20mm F 4-5.6 EX DC
Brennweite 10-20 mm
Bildwinkel Diagonal: 102,4°-63,8°
Preis rund 340 €, abhängig vom Anschluss
Gewicht 470 g
Filterdurchmesser 77 mm
Naheinstellgrenze 24 cm
Optischer Aufbau 14 Linsen in 10 Gruppen
Kleinste Blende 22
Maße 83 x 81 mm
Format APS-C
Autofokus Ultraschallmotor

Frühes Ultraweitwinkelzoom mit Stärken und Schwächen

Bei kleinster Brennweite bewegt es sich in einem Bereich, der früher von sogenannten Fischaugen-Objektiven erreicht wurde. Dieser extrem weite Winkel bedarf eines hohen Korrekturaufwandes, um Verzeichnung und Vignettierung zu unterdrücken. Das ist den Konstrukteuren von Sigma einigermaßen gelungen. Das Sigma 10-20 mm bildet in der Hinsicht - gemessen am extremen Weitwinkel - gut ab. Leider kann die Schärfe nicht mithalten. Die Bilder sind eigentlich nur in der Mitte scharf. Als es herauskam (2010) hatten Systemkameras etwa halb so viele Megapixel wie heute. Unschärfe mag deshalb nicht so stark aufgefallen sein. Die spektakuläre Bildwirkung durch zuvor kaum erreichbar große Bildwinkel war wichtiger als dafür nötige Kompromisse.

RAW - Konvertierung am besten mit Objektivkorrektur

Es ist ratsam, zur Konvertierung der RAW Dateien eine Software wie DxO PhotoLab zu verwenden, die automatisch Abbildungsfehler korrigiert. Das ist möglich durch die genaue Vermessung eines Musterexemplars. Solche automatischen Kulturen von Abbildungsfehler findet man auch in anderen RAW-Konvertern.

Einsatzbereich

Die Einsatzmöglichkeiten eines Ultra-Weitwinkelzoom sind relativ begrenzt. Üblicherweise orientieren Fotografen sich an dem natürlichen Blickwinkel, der vom Auge wahrgenommen wird bis hin zu Ausschnitten mit dem Teleobjektiv.


Sigma EX 10-20mm 1:4-5.6 DC Weitwinkelzoom an einer Pentax K-3


Sigma EX 10-20mm 1:4-5.6 DC Weitwinkelzoom mit Sonnenblende und Frontdeckel

Sigma 10-20mm versus Sigma 17-70mm


Sigma 17-70mm F2.8 - 4.5 DC Macro Von links nach rechts: 70mm, 28mm, 17mm


Sigma EX 10-20mm 1:4-5.6 DC Von links nach rechts: 20mm, 14mm, 10mm

Die Fotos wurden mit Stativ vom selben Standpunkt aufgenommen. Der Unterschied ist erheblich. Beide Objektive ergänzen sich gut.

Optische Qualität


Sigma EX 10-20mm 1:4-5.6 DC auf 10mm Brennweite, Blende 9

Der Unterschied zu 17mm, dem kürzesten Ende des Sigma 17-70mm, ist groß.


Sigma 10-20mm. Ausschnitt: 800 x 533 Pixel


Sigma 10-20mm. Ausschnitt 800 x 533 Pixel von der Ecke links unten. Am Rand und in der Ecke bricht die Bildqualität ein.

Die Abbildungsqualität ist in der Bildmitte gut, lässt aber schon früh auf dem Weg zum Rand deutlich nach. Pixel Peeping macht dort keine Freude. Der starke Weitwinkeleffekt wird bei dieser günstigen Optik durch qualitative Abstriche erkauft. Für Urlaubs- und Familienfotos ist das in Ordnung. Für ernsthafte Architekturfotos für große Drucke ist dieses Objektiv hingegen eher nicht geeignet.

Fazit

Für rund 350 € ist dieses extreme Weitwinkelzoom preiswert. Das Sigma 10-20 mm 4-5.6 EX richtet sich an Einsteiger in die Ultraweitwinkelfotografie. Hohe Ansprüche kann es nicht erfüllen. Dafür muss man am Rand und in den Ecken zu starke Abstriche bei der Schärfe hinnehmen. Man sollte mindestens auf Blende 8, besser sogar 11, abblenden. Ich fotografierte mit mehreren Exemplaren, die allesamt keine gleichmäßige Veränderung der Schärfe in der Bildmitte zu den Rändern hatten. Bei allen schien eine gewisse Dezentrierung vorgelegen zu haben, weil die Randbereiche entweder in der linken oder rechten Bildhälte beim Querformat schärfer oder unschärfer waren als auf den gegenüberliegenden Seiten. Seltsam, dass diese Objektik zur EX-Serie von Sigma gehörte, die hochwertigen Optiken vorbehalten war.

2021 sank der Preis aus zweiter Hand auf ca. 160 €. Grund dafür war wohl das Erscheinen neuer Objektive mit ähnlichem Brennweitenbereich, die viel besser abbildeten. Dazu gehörte das HD Pentax-DA 11-18mm F2.8 ED für ca. 1300 €, das schon mit voller Öffnung eine hohe Schärfe über die gesamte Bildfläche erreichte. In den Sortimenten von Tamron, Tokina, Sigma, Canon, Nikon und Sony tauchten ebenfalls neue Versionen solcher Ultraweitwinkelobjektive auf, die wesentlich bessere abbildeten.

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