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smc PENTAX-M 1:2 85mm

2020 © Thomas Gade


Pentax K-3 II mit smc PENTAX-M 1:2 85mm Objektiv

Das smc Pentax-M 1:2 / 85mm wurde für 24x36mm Bilder auf Kleinbildfilm entwickelt. Es gehört zu den schwachen Teleobjektiven, die gerne für Porträts verwendet werden. An der digitalen Spiegelreflex mit APS-C Sensor ist die Telewirkung durch den Cropfaktor stärker. Kleinbildäquivalent beträgt die Brennweite am APS-C Sensor ca. 130 mm.

Das nahezu winzige 85 mm Objektiv aus den Jahren um 1980 ist in einer hochwertigen Fassung verbaut, hat ein Bajonett aus Metall und noch einen Blendenring.

Technische Daten

Hersteller Asahi Opt. Co, Japan
Bezeichnung smc PENTAX-M 1:2 85mm
Brennweite 85 mm
Blende 2 - 32
Anschluss Pentax K
Fokusbereich 0,85 m - Unendlich
Filterdurchmesser 49 mm
Maße 63 x 46 mm
Gewicht des Tubus 251 Gramm
Optik 5 Elemente, 4 Gruppen
Anzahl der Blendenlamellen 6
Produktionszeitraum 1977-1984


Linsenaufbau

Das Objektiv aus der Ära vor dem Autofokus hat einen Scharfstellring, der sich mit einem angenehmen Wiederstand drehen lässt. Zu besseren Kontrolle sollte am Okular der Pentax DSLR die Okularlupe O-ME53 Sucherlupe mit 1,2x aufgesteckt sein.


Pentax K-3 II mit smc PENTAX-M 1:2 85mm Objektiv. Ein edler Hingucker!

Belichtungsmessung mit alten Objektiven

Der ursprüngliche Pentax- K-Anschluss hat keine elektronischen Kontakte, die dem Kameragehäuse die eingestellte Blende mitteilen. Pentax bietet dafür eine relativ unkomplizierten Ausweg. Man stellt das Drehrad für die Belichtungsprogramme auf M (manuelle Einstellung) und drückt nach dem Anvisieren des Motivs kurz auf die grüne Taste. Daraufhin schließt sich die Blende ganz kurz auf den eingestellten Wert. In der winzigen Zeitspanne misst die Kamera die Lichtmenge und stellt die passende Belichtungszeit ein. Hat man das einige Male gemacht, verläuft das anschließend fast automatisch.

Optische Leistung


Das erste Testmotiv zeigt Dächer und einen Kirchturm in einem Straßenzug. Es wurde mit verschiedenen Blenden von 2 bis 8 fotografiert.

Ausschnitte aus der Bildmitte


Blende 2

Blende 2.8

Blende 4

Blende 5.6

Blende 8

Zum Vergleich
HD Pentax-DA 55-300mm PLM, Blende 8, ca. 85mm

Mit Blende 2 gibt es deutliche bläuliche Farbsäume. Ab Blende 4 sind die Farbsäume in der Bildmitte schmal und unauffällig. Weiteres Abblenden reduziert die chromatische Abberationen weiterhin. Die Abbildung ähnelt bei Blende 5,6 und 8 in der Mitte sehr der Abbildung eines HD PENTAX-DC 55-300mm PLM.

Ein Vergleich mit einem HD PENTAX-DA 550-300mm PLM zeigt in der Bildmitte bei Blende 8 eine sehr ähnliche Abbildung. Das Foto mit dem 55-300mm Zooms wurde unter Zuhilfenahme eines Korrekturprofils für Objektive mit Photoshop konvertiert. Die Korrektur verbessert das Ergebnis, während so ein Profil für das alte Pentax-M 2 / 85mm (noch) nicht existiert.

Ausschnitt vom linken Bildrand


Blende 2

Blende 2.8

Blende 4

Blende 5.6

Blende 8

Zum Vergleich
HD Pentax-DA 55-300mm PLM, Blende 8, ca. 85mm

Bereits mit Blende 4 bildet das smc PENTAX-M 1:2 85mm auch in den Ecken scharf ab. An kontrastreichen Kanten vor hellem Hintergrund gibt es bläuliche Farbsäume, die mit Abblenden stark nachlassen und ab Blende vier relativ leicht in der digitalen Bildbearbeitung zu reduzieren.

Ein Vergleich mit einem HD PENTAX-DA 550-300mm PLM bei Blende 8 zeigt, dass das neue Objektiv in Punkto Auflösung nicht ganz mithalten kann, aber weniger zu Farbsäumen neigt. Das Bild wurde unter Zuhilfenahme eines Korrekturprofils für Objektive mit Photoshop konvertiert. Die Korrektur verbessert das Ergebnis am Rand deutlich, während so ein Profil für das alte Pentax-M 2 / 85mm (noch) nicht existiert.


PENTAX-M 1:2 85mm, fotografiert mit Blende 4 an der Nahbereichsgrenze


Ausschnitt aus dem Bild. Die Schärfentiefe ist mit Blende 4 gering.


An der Kante des Kopfes der Figur vor dem hellen Hintergrund gibt es bei diesem Motiv keine Farbsäume. Um dieses Ergebnis zu erreichen war keine Bildbearbeitung nötig.


PENTAX-M 1:2 85mm, fotografiert mit Blende 4 an der Nahbereichsgrenze


Ausschnitt aus dem Bild. Die Schärfentiefe ist mit Blende 4 gering. Das Bild wurde nicht geschärft und ist im Bereich der Schärfentiefe wirklich scharf. Hier gibt es keine Farbsäume an den Härchen des Blattes vor dem unscharfen Hintergrund.

Die Abbildungsqualität ist zwischen Blende 4 und 11 sehr gut. Bei Blende 4 und 5,6 sind an manchen Kanten eventuell Farbsäume zu entfernen, die man meistens nur bei starken Vergrößerungen von Ausschnitten sieht. Sie treten beispielsweise auf bei kahlen Zweigen vor Himmelshintergrund, aber bei vielen Motiven treten keine auf.

Leider gibt es für dieses alte Objektiv kein Profil für die automatische Korrektur von Abbildungsfehlern mithilfe entsprechend ausgerüsteter RAW-Konverter, bzw. durch die kamerainterne Korrekturfunktion. Das muss aber nicht immer so bleiben, weil nach und nach auch Profile von älteren Objektive erstellt werden, beispielsweise für die Datenbank von Lensfun.

Fazit

Das kompakte Objektiv sieht edel aus und macht Spaß. Ein gut erhaltenes Exemplar wird derzeit (2020) für ca. 100 bis 150 € verkauft. Es eignet sich sowohl für alte SLRs mit Kleinbildfilm wie auch für digitale Systemkameras von Pentax. Die Abbildungsqualität ist mit Blendenwerten zwischen 4 und 11 sehr gut. Am besten zeichnet es mit Blende 8.

Zum Vergleich: Beim Bau moderner Objektive entscheiden Hersteller sich aktuell für relativ große und keineswegs leichtgewichtige Formate. Ricoh hat dieses Jahr das HP PENTAX-D FA* 85mm F1.4 ED herausgebracht, das einen modernen Autofokus enthält und eine Optik die kaum noch Farbsäume erzeugt. Es kostet 2000 € und wiegt 1,255 kg, also etwa ein kg mehr als das kompakte Pentax-M 2 / 85mm Teleobjektiv. Im Profibereich oder aus Prestigegründen hat das große, schwere, teure und lichtstärkere 85mm Teleobjektiv eine Berechtigung, jedoch wird auch die neue Optik in den meisten Fällen mit Blendenwerten zwischen 4 und 11 verwendet, es sei denn, man möchte ein Gesicht in der Porträtfotografie vor einem total unscharfen Hintergrund freistellen. Das gelingt mit dem alten Objektiv in guter Qualität erst durch Abblenden auf einen Wert zwischen 2,8 und 4, was vielfach aber auch völlig ausreichend ist.

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